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31 Aug 10

Community-Management: Kostenersparnisse erzielen

von Kay

Der telefonische Kundensupport ist in vielen Unternehmen ein hoher Kostenfaktor, der je nach Komplexität des verkauften Produktes mit einem durchschnittlichen Aufwand zwischen 3,00 USD und 33,00 USD pro Call beziffert werden kann. Die Reduzierung dieser Kosten hat bereits in den letzten 10 Jahren zwei Trends hervorgebracht: (i) die Verlagerung und Onlinepublizierung von statischen Produktinformationen auf die Internetpräsenz des Unternehmens und (ii) Outsourcing von Call Center in Niedriglohnländer wie die Türkei oder Indien.

Die Herausforderung liegt jedoch darin, (i) genau jene Suchparameter zu finden und in die Eingabefelder der Datenbanken einzugeben, die die erhoffte Lösung auf das Problem bringt oder (ii) eine telefonische Anfrage eines Nutzers zu dessen Zufriedenheit zu beantworten, wobei die Qualität der Supporthotlines unabhängig von internationalen Standorten der Call Center ist.

Der US-amerikanische Journalist Jeff Jarvis schilderte am 21.06.2005 in seinem Blog die Unannehmlichkeiten, die ihm nach dem Kauf eines 1.600 USD teuren Dell-Laptops wiederfuhren. Mit “Dell lies. Dell sucks.” fasste er seine Hardware-Probleme zusammen, die durch Dell nicht zu lösen waren. 13 weitere Blogeinträge innerhalb der folgenden drei Wochen führten dazu, dass neben weiteren Bloggern und TV-Sendern auch das Top-Management von Dell auf Jarvis aufmerksam wurde.

Egal, ob du einkaufen oder eine politische Bewegung starten willst: Durch das Internet ist es sehr einfach, sich zu vernetzen. Ich habe mich mal über Probleme mit meinem Dell-Computer beschwert. Plötzlich waren da Tausende von Leuten, die ähnliche Probleme hatten. Ganz ungeplant wurden wir zu einer Bewegung. Jeff Jarvis in der ZEIT.

Die erste Maßnahme von Dell war, dass ein Team zusammengestellt wurde, welches proaktiv Blogs aufstöberte, in denen Kunden ihre negativen Erfahrungen mit dem Kundensupport von Dell äußerten. Sie boten diesen unabhängig davon, ob das individuelle Problem bereits gelöst war und ob der Kunde zufrieden war, Hilfe an.

Des Weiteren wurde ein Blog namens Direct2Dell parallel zur Dellcommunity installiert, mit welchem eine aktivere Kundenkommunikation erzielt werden sollte. Die Dellcommunity beinhaltet ca. 4 Millionen Einträge, darunter befinden sich ca. 1 Million Antworten auf Fragen Hilfesuchender. Jede Woche besuchen 7.000 Kunden das Dell Forum und hinterlassen ca. 9.000 neue Einträge, wobei zwischen 20% und 50% der Nutzer zufriedenstellende Lösungen auf ihre Problem gefunden oder direkt erhalten haben (Li & Bernoff 2008, S.161). Ein telefonischer Support ist somit nicht mehr notwendig.

Strebt man eine Analyse an, in wieweit sich eine Community solchen Ausmaßes ökonomisch rentieren würde, erhält man einen Return on Invest bei folgenden Annahmen: Ein Unternehmen stellt ein technologisch anspruchsvolles Produkt her (z.B. Laptop, PC, Software) und hat 5 Millionen Kunden weltweit.

Return on Invest einer Community mit der Funktion eines Support-Forums

Return on Invest einer Community mit der Funktion eines Support-Forums

12 Aug 10

Neue Wicket Versionen

von Joachim

Wicket 1.4.10 ist draußen. Bei der neuen Version handelt es sich um ein Drop-in-replacement, wo also keine Änderungen am Code notwendig sind. Was äußerst reizvoll klingt, ist die neue  onInitialize()-Methode, die ein verzögertes Initialisieren von Komponenten erlaubt.

Gleichzeitig wurde der erste Milestone der 1.5 Version veröffentlicht. Da hatte ich allerdings noch keine Zeit, diese auzuprobieren.

30 Mai 10

RabbitVCS: TortoiseSVN-Ersatz unter Ubuntu

von Joachim

Während unter Windows TortoiseSVN hervorragende Dienste als SVN-Client verrichtet, habe ich unter Ubuntu bisher nichts vergleichbares gekannt. SVNWorkbench und RapidSVN fand ich beide nicht sonderlich ansprechend. Durch einen Tipp habe ich mal RabbitVCS ausprobiert. Und habe damit endlich einen adäquaten TortoiseSVN-Ersatz für Linux gefunden.
Unter Ubuntu 10.04 in der Konsole einfach folgendes eingeben:

sudo add-apt-repository ppa:rabbitvcs
sudo apt-get update
sudo apt-get install rabbitvcs

Darüber hinaus gibt es auch eine Nautilus-Integration (einfach via Synaptic danach suchen), so dass man wirklich einen vollwertigen Ersatz für TortoiseSVN hat. Für die Nautilus-Integration war ein Neustart bei mir nötig. Sicherlich geht’s irgendwie auch ohne kompletten Neustart, aber das war für mich die schnellste Lösung.

16 Mai 10

Community Management: Umsatzpotenziale heben

von Kay

Das Unterfangen, über Communities Umsatzpotenziale zu heben, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zum einen spielt das Produkt oder das Unternehmen selbst eine Rolle. Kunden sollten sich mit einem Produkt oder dem Unternehmen identifizieren können, um als Multiplikator zu fungieren. Ein zu geringes Involvement oder austauschbare Produkte wie Kopierpapier führen zu keiner starken Verknüpfung mit dem Konsumenten, so dass auch keine emotionale Bindung stattfinden kann, die für ein erfolgreiches Unterfangen notwendig ist. Zum anderen liegt ein kritischer Erfolgsfaktor in der Zufriedenheit der Kunden selbst, da eine Community mit unzufriedenen Kunden ein erhebliches Risikopotenzial birgt. Solche Unternehmen sollten zunächst ihren Kunden zuhören.

Es lohnt sich, die Aktivitäten seiner Kunden in der Groundswell zu kennen. Eine Marktforschung ermöglicht es herauszufinden, wie aktiv die Nutzer sind und in welcher Anzahl sie Social Networking Aktivitäten ausüben, um ein genaues Profil der angestrebten Community-Mitglieder zu erhalten. So ist bspw. davon auszugehen, dass technikafine Nutzer von MP3-Playern, Computerspielen und Laptops eher an Social Networking partizipieren und somit mit einem Selbstverständnis an einer Community teilnehmen würden. Eine Aktivierung dieser Nutzer würde sich einfach gestalten, während Hersteller von Matratzen oder Aktenordnern ihre Erwartungshaltung an eine aktive Community zügeln sollten. Für solche Produkte eine Community zu bilden, fiele selbst bei der genauen Kenntnis des Kundenprofils schwer.

Für Dienstleistungsunternehmen bietet es sich an, Bewertungen und Rezensionen heranzuziehen, um Kritik von Nutzern zu analysieren. Für produzierende Unternehmen können Communities Vorteile bringen, wobei zu beachten ist, dass es oft sinnvoller ist, an bestehenden teilzunehmen als eigene aufzubauen. In beiden Fällen gilt allerdings, dass der Aufbau einer Community trotz verfügbarer Freeware-Tools wie z.B. ning.com oder KickApps.com Kosten für Design, Moderation und Marketing verursacht, die einen sechsstelligen Betrag erreichen können.

Fiskars ist ein finnisches produzierendes Unternehmen aus dem Bereich handwerklicher Geräte, insbesondere von Messern, Äxten und Scheren. Der Geschäftsbereich, der speziell den Bastel- und Handarbeitsbedarf verantwortet, beabsichtigte in seinem Stammsegment zu wachsen, in dem hauptsächlich Frauen zur Zielgruppe gehören. Die Marktforschung fand heraus, dass das Image dieses Marktsegments eher als farblos galt, was die Antworten auf die Fragen, welche Farbe und welches Nahrungsmittel Fiskars am ehesten beschreiben würden, unterstrichen: Die meisten Befragten bezeichneten Fiskars als “beige” und “Salz” . Die Herausforderung war, zu einem emotionslosen Produkt eine emotionale Verbindung herzustellen.

Diese Defizite sollten in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Brains on Fire über eine Community abgetragen werden. Zunächst wurden im Zielmarkt USA über eine nationale Suche vier enthusiastische Handwerkerinnen aufgespürt, die als führende Botschafterinnen in Teilzeit angestellt wurden. Diese Personen sollten weitere Bastlerinnen rekrutieren, um eine Marke und eine exklusive Community namens Fiskateers aufzubauen. Jeder Teilnehmer der Community erhielt ein hochwertiges Welcome-Kit von Fiskars, um sich gleichzeitig verpflichtet zu fühlen, eine langfristige und aktive Teilnahme innerhalb der Fiskateers zu leisten. Des Weiteren sollten über Social Networking wiederum so viele Heimwerkinnen wie möglich angesprochen werden, um die Mitgliederzahl zu erhöhen.

Als Fiskars im Dezember 2006 die Community startete, waren zwei Ziele formuliert: Die weltweilen Online-Diskussionen rund um die Marke Fiskars sollte um 10% steigen und die Anzahl der unbezahlte „Marken-Botschafterinnen“ sollte 200 betragen. Doch das Unternehmen wurde positiv von den Aktivitäten der Bastlerinnen überrascht. Nur 5 Monate später stiegen die messbaren Ergebnisse der aktiven Online-Diskussionen auf einen Wert, der das Vierfache des prognostizierten Wertes überschritt, während bereits 1.400 Botschafterinnen Mitglieder in der Fiskars-Community waren.

Zusätzlich zu der höheren Markenbekanntheit konnten durch die Energie der Community weitere Vorteile generiert werden und eine eigene Dynamik entstehen. Mitglieder bloggen in der Fiskateers-Community und organisieren Bastler-Events, für die Botschafterinnen kleinere Geschenke basteln. So wurden von einer der vier führenden Botschafterinnen mehrere Hundert Magnete gebastelt, die mit einer Briefmarke und der URL der Community dekoriert an alle verschenkt wurden. Die Botschafterinnen selbst verkörpern das Produkt mit Stolz und werden bewundert. So werden bspw. Besuche eines Bastelladens in der Community angekündigt, so dass sich an diesem Tag die Umsätze verdreifachen, da viele Teilnehmer ebenfalls das Geschäft und die Repräsentantin aufsuchen.

4 Mai 10

Redmine läuft nach Upgrade auf Ubuntu 10.04 Lucid Lynx nicht mehr

von Joachim

Nach einem reibungslosen Upgrade auf Ubuntu 10.04 (Lucid Lynx) wollte meine Redmine-Installation nicht mehr. In der entsprechenden Log-Datei fand sich der folgende Hinweis:

/usr/lib/ruby/1.8/x86_64-linux/RMagick2.so: This installation of RMagick was configured with ImageMagick 6.5.5 but ImageMagick 6.5.7-8 is in use. (RuntimeError)

Der Fehler lies sich  relativ schnell beheben, indem man in die Datei /var/www/rails_apps/redmine/0.8.7/config/boot.rb die Zeile

RMAGICK_BYPASS_VERSION_TEST = true

am Anfang einfügt. Etwaige Nebeneffekte sind mir nicht bekannt.