Die Entwicklung des iPods

Steve Jobs präsentierte am 23. Oktober 2001 Apples iPod der ersten Generation mit den Worten, “With iPod, listening to music will never be the same again“. Zum damaligen Zeitpunkt wusste noch niemand, mit welchem organisatorischen Geschick und welchem großen Erfolg die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Unternehmen von Apple koordiniert wurde.

Genau 10 Monate zuvor erhielt Tony Fadell, ein ehemaliger Ingenieur von Phillips und General Magic und Spezialist für MP3-Player und seit Ende 2008 nicht mehr bei Apple tätig, von Apple den Auftrag, als unabhängiger Mitarbeiter einen MP3-Player zu konstruieren, der den Anforderungen Steve Jobs Rechnung trägt. Der MP3-Markt befand sich in der Anfangsphase und Apple startete gerade mit der MP3-Applikation iTunes, so dass Apple einen feingliedrigen Produktionsprozess entwickeln wollte, um in den Markt für MP3-Player einzutreten.

In nur acht Wochen entwickelte Fadell das erste Produktkonzept des iPods und präsentierte dieses schließlich dem Vorstand Apples, welcher von der Leistungsfähigkeit des iPods positiv überrascht wurde. Mit einem Team von 35 Mitarbeitern wurde schließlich ein Prototyp entwickelt und dieses zur Marktreife gebracht, wobei die eigentliche Leistung die erfolgreiche Verknüpfung und Integration mehrerer Unternehmen in den Entwicklungs- und Produktionsprozess einnimmt.

Während das Team um Tony Fadell maßgeblich das User Interface und das Design des iPods entwickelte und die Komponenten des iPods vorgab, wurde die Verantwortung für den technischen Bereich dem Unternehmen PortalPlayer übertragen, das wiederum weitere Unternehmen für die technischen Herausforderungen verpflichtete. Die Anforderungen für die weiteren Mitglieder dieser Wertschöpfungskette wurden von Apple definiert:

  • Höchste Soundqualität
  • Standardkomponenten
  • Kurze Produkteinführungszeit (Time-to-Market)
  • Geringe Kosten

Nachdem das Design maßgeblich durch die Form und durch die Bedienung des Scrollrads von Apple vorgegeben wurde, manifestierten sich schließlich die technischen Komponenten des iPods mehr oder weniger durch das Ausschlussverfahren. Lediglich ein äußerst flacher Lithium-Ionen-Akku von Sony und eine 1,8-Zoll Festplatte von Toshiba konnten die Vorgaben erfüllen.

Die restlichen Bestandteile waren ein dedizierter MP3-Decoder und ein Controllership von PortalPlayer, ein Stereo Digital-to-Analog-Converter von Wolfson Microelectronics, ein Flash Memory Chip von Sharp Electronics und ein von Apple entwickelter 1394-Firewire-Interface Controller, der jedoch von Texas Instrument weiter entwickelt und auch schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten gewährleisten kann und sowie ein Power- und Batterie-Management von Linear Technologies.

PortalPlayer entwickelte ein Referenzmodell eines hochwertigen Portablen Media Players mithilfe von dritten Unternehmen, die jeweils die passenden Bauteile liefern und herstellen konnte. Die Besinnung auf die Kernkompetenzen der partizipierenden Unternehmen führte schließlich dazu, dass ein hochwertiges Produkt in einem attraktiven Markt erstellt wurde.

Entwicklung des iPods
Entwicklung des iPods

Weitere Entscheidungskriterien für die Implementierung einer Wertschöpfungskette, an der viele Unternehmen beteiligt sind, waren zum einen die hohe Anzahl zu produzierender iPods, die geringeren Entwicklungskosten und die Minimierung des Risikos. Steve Jobs kündigte bei der Vorstellung des iPods Ende Oktober 2001 an, im laufenden vierten Quartal eine Anzahl von 125.000 Stück absetzen zu wollen.

“To do everything in one part is a complex, risky and potentially costly alternative to integration of available components at the electronic assembly level.”
David Carey in Electronics Design Chain

Apple wählte die Methode einer plattformübergreifender Entwicklung mit vielen Beteiligten, um sich selbst auf die eigene Stärke, das Design, zu konzentrieren. Die Leistung, sämtliche Aktivitäten der Zulieferer zu koordinieren und sämtliche Entwicklungsstufen zu kontrollieren und anzupassen zeichnet den Erfolg Apples zusätzlich aus.

Erfolgsfaktoren der iPod-Entwicklung
  • Geschäftsmodell durch Erschließung eines vielversprechenden Marktes
  • Öffnung des Entwicklungsprozess
  • Schnelle Entscheidungen auf hoher Managementebene
  • Gemeinschaftliche und unterstützende Beziehung mit PortalPlayer und anderen

Ein Gedanke zu „Die Entwicklung des iPods“

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>