Ermittlungsverfahren Urheberrechtsverletzung – SPAM lass nach (bitte!)

Es ist ja nicht so, dass Langeweile im Posteingang herrscht. Aber wie bei dem Kollegen Giese oder Kaltbrenner hat es diesmal die Rechtsanwaltskanzlei Auffenberg, Petzold & Witte getroffen. Wobei “diesmal”  schon länger her ist, aber trotzdem der Rede wert ist, da es die erste SPAM-Mail ist, die bei mir gerade eintrudelte. On Detail heisst es:

Guten Tag,

in obiger Angelegenheit zeigen wir die anwaltliche Vertretung und Interessenwahrung der Universal Pictures International Germany GmbH an.

Gegenstand unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluss aus im sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerk begangene Urheberrechtsverletzung an Werken unseres Mandanten. Unser Mandant ist Inhaber der ausschliesslichen Nutzungs- und Verwertungsrechte im Sinne der §§ 15ff UrhG bzw. § 31 UrhG an diesen Werken, bei denen es sich um geschutzte Werke nach § 2 Abs 1 Nr. 1 UrhG handelt.

Durch das Herunterladen urherberrechtlich geschutzer Werke haben sie sich laut § 106 Abs 1 UrhG i.V. mit §§ 15,17,19 Abs. 2 pp UrhG nachweislich strafbar gemacht. Bei ihrem Internetanschluss sind mehrere Downloads von musikalischen Werken dokumentiert worden.

Aufgrund dieser Daten wurde bei der zustandigen Staatsanwaltschaft am Firmensitz unseres Mandanten Strafanzeige gegen Sie erstellt.

Aktenzeichen: 311 Js 274/66 Sta Stuttgart

Ihre IP Adresse zum Tatzeitpunkt: 126.296.126.29

Illegal heruntergeladene musikalische Stucke (mp3): 22

Illegal hochgeladene musikalische Stucke (mp3): 271

Wie Sie vielleicht schon aus den Medien mitbekommen haben, werden heutzutage Urheberrechtverletzungen erfolgreich vor Gerichten verteidigt, was in der Regel zu einer hohen Geldstrafe sowie Gerichtskosten fuhrt. Genau aus diesem Grund unterbreitet unsere Kanzlei ihnen nun folgendes Angebot: Um weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und anderen offiziellen Unannehmlichkeiten wie Hausdurchsuchungen und Gerichtsterminen aus dem Weg zu gehen, gestatten wir ihnen den Schadensersatzanspruch unseres Mandanten aussergerichtlich zu lösen.
Wir bitten Sie deshalb den Schadensersatzanspruch von 100 Euro bis zum 1808.2011 sicher und unkompliziert mit einer UKASH-Karte zu bezahlen. Eine Ukash ist die sicherste Bezahlmethode im Internet und
fur Jedermann anonym an Tankstellen, Kiosken etc. zu erwerben.

Weitere Informationen zum Ukash-Verfahren erhalten Sie unter: http://www.ukash.com/de

Nachdem Sie den Ukash oder Paysafecard* Voucher gekauft haben, schicken Sie die 16 oder 19 stellige Voucher Nummer an unsere email Adresse mit der eingabe ihrer Aktenzeichen.

Email: info@apw-anwaelte.info

* alternativ konnen Sie auch mit Paysafecard zahlen
Link: http://www.paysafecard.com/de

Geben Sie bei Ihrer Zahlung bitte ihr Aktenzeichen an!

Sollten sie diesen Bezahlvorgang ablehnen bzw. wir bis zur angesetzten Frist keinen 19- stelligen Ukash PIN-Code im Wert von 100 Euro erhalten haben(oder gleichwertiges Paysafecard Coupon), wird der Schadensersatzanspruch offiziell aufrecht erhalten und das Ermittlungsverfahren mit allen Konsequenzen wird eingeleitet. Sie erhalten dieses Schreiben daraufhin nochmals auf dem normalen Postweg.

Hochachtungsvoll,
Rechtsanwaltskanzlei Auffenberg, Petzold & Witte

Naja… der Absender war ein Torsten oder auch mal gern Noreply 98.05. Die Betreffs lauten Ermittlungsverfahren Urheberrechtsverletzung, Ermittlungsverfahren bei Sta Stuttgart oder Ermittlungsverfahren gg. Sie.

In diesem Sinne: Wie gewohnt alle(s) löschen und weiter geht’s!

3 Gedanken zu „Ermittlungsverfahren Urheberrechtsverletzung – SPAM lass nach (bitte!)“

  1. Hach, die Post hatte ich auch gerade- bei mir war der Absender allerdings ein Jakob.Faulk@dragonmoon.de (ich wusste nicht, dass der bei mir eine eigene email-addy hat ;) )
    Mal abgesehen davon, dass ich mir nichts hab zuschulde kommen lassen- aussergerichtliche Einigung über 100 € per UKASH ??

    Also ehrlich….

  2. Hallöchen,

    ich habe diese eMail heute gleich 3x von verschiedenen
    Absendern bekommen.

    Die Aufmachung der eMail sowie die Bekanntheit dieser Anwaltskanzlei in Sache “Abmahnung im Filesharing-Bereich” dürfte bei so manchem vermutlich für einen erhöhten Adrenalinspiegel sorgen ;)

    Allerdings verschicken Anwälte grundsätzlich solche Forderungen nicht per eMail – und geben sich wohl auch nicht mit lächerlichen EUR 100.- zufrieden.

    Also keine Panik sondern ab in die Tonne damit.

  3. Selbst bei “echtem” Urheberrechtsverstoß – mehr als 100,- Euro steht ihnen in den meisten Fällen nicht zu! (siehe Gerichtsurteile dazu)

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