Neues Phishing: Ermittlungsverfahren 230 Js 413/10 Sta Stuttgart

Während Rechtsanwalt Florian Giese mittlerweile die Kriminalpolizei Hamburg bemüht hat, legen die Betrüger nach und ändern geringfügig das Muster Ihrer SPAM- und Phishing-Mail. Der Betreff einer Mail, die mich heute nacht erreicht hat, lautet Ermittlungsverfahren 230 Js 413/10 Sta Stuttgart. Wieder wird die Videorama GmbH mit ins Boot gezogen, um ein Mandat aufzuzeigen, was gar nicht existiert.

Was ist neben dem Betreff noch neu:

  • Das Aktenzeichen hat sich von Essen nach Stuttgart verlagert.
  • Die ermittelte IP-Adresse existiert zwar, stammt aber aus Berlin (war lange nicht mehr dort!).
  • Mit videorama@rechtsanwalt-giese.info gibt es eine neue Kontaktadresse.
  • Man kann nun mit Paysafecard die 100 Euro bezahlen.

Fazit: Wer sich aufgrund dieser E-Mails von “RA Giese” unsicher ist, dem sei gesagt: Diese Mails sofort löschen und ein gutes Buch lesen, ein paar Kilometer laufen gehen und/oder Seligs neues und grandioses Album über Kopfhörer genießen!

So sah die Phishing-Mail von heute morgen aus:

Guten Tag,

in obiger Angelegenheit zeigen wir die anwaltliche Vertretung und Interessenwahrung der Firma Videorama GmbH,
Munchener Str. 63, 45145 Essen, an.

Gegenstand unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluss aus im sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerk
begangene Urheberrechtsverletzung an Werken unseres Mandanten. Unser Mandant ist Inhaber der ausschliesslichen
Nutzungs- und Verwertungsrechte im Sinne der §§ 15ff UrhG bzw. § 31 UrhG an diesen Werken, bei denen es sich um
geschutzte Werke nach § 2 Abs 1 Nr. 1 UrhG handelt.

Durch das Herunterladen urherberrechtlich geschutzer Werke haben sie sich laut § 106 Abs 1 UrhG i.V. mit
§§ 15,17,19 Abs. 2 pp UrhG nachweislich strafbar gemacht.
Bei ihrem Internetanschluss sind mehrere Downloads von musikalischen Werken dokumentiert worden.

Aufgrund dieser Daten wurde bei der zustandigen Staatsanwaltschaft am Firmensitz unseres Mandanten Strafanzeige
gegen Sie gestellt.

Aktenzeichen: 230 Js 413/10 Sta Stuttgart

Ihre IP Adresse zum Tatzeitpunkt: 84.190.31.155

Illegal heruntergeladene musikalische Stucke (mp3): 13

Illegal hochgeladene musikalische Stucke (mp3): 21

Wie Sie vielleicht schon aus den Medien mitbekommen haben, werden heutzutage Urheberrechtverletzungen
erfolgreich vor Gerichten verteidigt, was in der Regel zu einer hohen Geldstrafe sowie Gerichtskosten fuhrt.
Link: Urheberrecht: Magdeburger muss 3000 Euro Schadensersatz zahlen

Genau aus diesem Grund unterbreitet unsere Kanzlei ihnen nun folgendes Angebot:
Um weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und anderen offiziellen Unannehmlichkeiten wie Hausdurchsuchungen,
Gerichtsterminen aus dem Weg zu gehen, gestatten wir ihnen den Schadensersatzanspruch unseres Mandanten
aussergerichtlich zu loesen.
Wir bitten Sie deshalb den Schadensersatzanspruch von 100 Euro bis zum 22.10.2010 sicher und unkompliziert
mit einer UKASH-Karte zu bezahlen. Eine Ukash ist die sicherste Bezahlmethode im Internet und
fur Jedermann anonym an Tankstellen, Kiosken etc. zu erwerben.
Weitere Informationen zum Ukash-Verfahren erhalten Sie unter: http://www.ukash.com/de
Senden Sie uns den 19-stelligen Pin-Code der 100 Euro Ukash an folgende E-Mailadresse videorama@rechtsanwalt-giese.info

* alternativ konnen Sie auch mit Paysafecard zahlen
Link: http://www.paysafecard.com/de

Geben Sie bei Ihre Zahlung bitte ihr Aktenzeichen an!

Sollten sie diesen Bezahlvorgang ablehnen bzw. wir bis zur angesetzten Frist keinen 19- stelligen
Ukash PIN-Code im Wert von 100 Euro erhalten haben(oder gleichwertiges Paysafecard Coupon), wird der Schadensersatzanspruch offiziell
aufrecht erhalten und das Ermittlungsverfahren mit allen Konsequenzen wird eingeleitet. Sie erhalten
dieses Schreiben daraufhin nochmals auf dem normalen Postweg.

Hochachtungsvoll,
Rechtsanwalt Florian Giese

3 Gedanken zu „Neues Phishing: Ermittlungsverfahren 230 Js 413/10 Sta Stuttgart“

  1. Tja, ab heute darf auch ich mich in den illustren Zirkel der “Giese-Kunden” einreihen. Als erwachsene und erfahrene Internentnutzerin erkannte ich natürlich sofort den Schwindel, denn
    – solche Schreiben werden von lauteren Anwälten bestimmt nicht per eMail abgesetzt
    – wären diese dann mit einer namentlichen Anrede versehen (deren Fehlen elektronische Schreiben aller Art schnell zur lästigen Werbe-Spam-Mail oder zum Phishingversuch macht)
    – das Fehlen sämtlicher Umlaute legt die Verwendung einer ausländischen Tastatur nahe

    — von der völligst fehlenden Validität und Richtigkeit des Inhalts mal abgesehen.

    Aber dafür hab ich adelio entdeckt … ;o) – und drücke dem echten Herrn Giese auch fest die Daumen!

  2. Hallo,
    ja, auch ich habe diese eMail erhalten. Und da ich mir im Bezug auf herunter- oder heraufgeladene Daten sehr sicher bin, habe ich eben mal danach gegoogelt. War mir irgendwie klar, dass das Phishing ist.

    Danke für die Info

    mfg
    Tobias

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>